Keine Bange, die Knicklichter kommen nicht wieder! -- wollte ich schreiben. Wir haben inzwischen ja LEDs. Aber dann wird irgend einer auf Retro machen, seinen Sony-Walkman auspacken, eine Kassette einlegen, das Knicklicht zücken und davon schwärmen, analog sei doch so viel besser als digital. Oder so ähnlich.
Geschichte wiederholt sich nicht. Aber sie reimt sich.
Entwicklung, Sub-Stile, Wellen, Diversität in der Schwarzen Szene
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Grauer Wolf
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Re: Entwicklung, Sub-Stile, Wellen, Diversität in der Schwarzen Szene
Man soll Leuten nicht Boshaftigkeit unterstellen,
wenn man ihr Verhalten genau so gut durch Dummheit erklären kann.
(Hanlon's Razor)

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Black Alice
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Re: Entwicklung, Sub-Stile, Wellen, Diversität in der Schwarzen Szene
Ja Leute, die Welt dreht sich immer weiter und die Menschen ändern sich ständig und so auch das was in Szenen abgeht. Da kann man noch so die Augen rollen und die Nase rümpfen und hoch halten. Man muss nicht alles mögen, aber einfach tolerieren, dass andere auch andere Ansichten haben und sich die Zeiten ändern. Was glaubt ihr wie oft ich in den 90ern und später die Augen gerollt habe, als gefühlt die meisten hier in die schwarze Szene gekommen seid...
Ich lehne mich zurück und beobachte nur noch. Gucke zu wie die einen hinterrücks über die anderen lästern, wie sich wieder andere verbal verkloppen, junge Einsteiger den Alten die lange Nase zeigen... Ja, das Leben...
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Graphiel
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Re: Entwicklung, Sub-Stile, Wellen, Diversität in der Schwarzen Szene
Sehe ich relativ ähnlich. Für mich wird Gothic neben einem halbwegs klar umrissenen Musikgenre stets ein Synomym für eine bedrückende, nahezu aussichtslose Grundstimmung bleiben. Wie man diese Grundstimmung als Teil der Szene nun im Detail zelebrieren will, das bleibt für mich durchaus verhandelbar. Ich bin da jetzt auch nicht päpstlicher als der Papst. Nicht jeder Gruftie schwelgt in schwarzer Romantik und empfindet manchmal auch einfach nur die gesellschaftliche Stimmung aus dem ganz normalen Alltag als bedrückend und aussichtslos. Deshalb bleiben für mich Goth (Dark Wave Subkultur) und Gothic auch immer zwei von einander getrennt zu bewertende Begriffe, die zusammen eine Einheit bilden können, aber nicht zwingend müssen. Beides (Dark Wave und Dark Romanticism) sind auf ihre Weise Gothic, aber nicht jeder Schwarzkittel kann etwas mit dem Verständnis von Gothic des Anderen anfangen.Herbstlaubrascheln hat geschrieben: ↑Mittwoch 16. April 2025, 12:15 "Irgendwie dabei sein" kann meinetwegen jeder, der halt nicht "richtig dabei sein" will. Aber, soviel kann ich mir halt doch nicht verkneifen: So werden aus Äpfel aber halt trotzdem keine Birnen.![]()
Aber auch das hat natürlich seine Grenzen für mich. Jemand der mit dieser Grundstimmung in Keinster Weise etwas anfangen kann, wird für mich immer durch das Raster fallen
So ist es! Aus den Prämissen:Herbstlaubrascheln hat geschrieben: ↑Mittwoch 16. April 2025, 12:15 Natürlich nicht, sagt ja auch niemand. Ich habe selbst ein paar ausgeprägte Interessen und Vorlieben, die man weder auf den 1. noch auf den 2. Blick in irgendeiner Art und Weise mit der Szene in Verbindung bringen würde - deswegen versuche ich aber niemals, diese beiden Dinge miteinander zu vermischen. Das wäre doch Blödsinn.
1) "Ich identifiziere mich als Goth(ic)" +
2) "Ich und andere der Szene mögen darüber hinaus XY" erfolgt nicht:
3) Konklusion: XY = Goth(ic).
Einfaches Beispiel um das nochmal zu verdeutlichen: Ich kenne viele Grufties die sich vegan oder vegetarisch ernähren. Aber deshalb würde doch wohl niemand ernsthaft behaupten, dass vegane/vegetarische Ernährung automatisch Goth(ic) ist, oder man jeden Vegetarier/Veganer als Gruftie identifizieren darf.
"Sowas kann doch nur Leuten einfallen, die in Assoziationsspielchen neben Hund, Katze und Maus auf "Hmm.... Schwingschleifer!" kommen, oder?" - Barlow
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Herbstlaubrascheln
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Re: Entwicklung, Sub-Stile, Wellen, Diversität in der Schwarzen Szene
Oh, der Satz gefällt mir direkt irgendwie *lacht* Steckt auch ganz viel Wahrheit drin.
" Hab` keine Angst, bin nur ein Nachtgespenst
das keine Liebe kennt." (Untoten, "Grabsteinland")
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Immersion
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Re: Entwicklung, Sub-Stile, Wellen, Diversität in der Schwarzen Szene
Multidimensional.
Mein Perspektive auf mich selbst:
Auf welche Weise fühle ich? Wie denke ich, was denke ich?
Die eigene Perspektive auf die anderen:
Welche Ästhetik spricht mich an? Klassifiziere ich das, was ich sehe - und welchen Stellenwert hat diese Klassifizierung für mich? Was ziehe ich dafür heran?
Meine eigene Selektion:
Mit was von dem, was mich anspricht, umgebe ich mich, was konsumiere ich aktiv?
Mein eigener Ausdruck:
Was wähle ich aus, mich selbst auszudrücken? Was erschaffe ich selbst?
So, wie ich das früher - 90er und 2000er - wahrgenommen habe und heute wieder (immer noch, aber ich habe lange nicht mehr daran gedacht) sehe, sind zwei Grundeinstellungen dazu.
Evolutionär: Ich gehe von diesen Elementen im Einzelnen aus und forme das Ganze zu einem ICH. Da kommt dann vielleicht auch eine Kombination heraus, die zu anderen besser passt - und wir unterscheiden uns von anderen mit mehr oder weniger entfernten ähnlichen Ausprägungen deutlich genug und bilden damit dann eine neue Strömung (wenn wir genug sind) oder sind … irgendwie.
Top-Down: Ich bin neu - oder auch nicht - und sehe eine besondere Ausprägung und passe mich in all meinen Facetten daran an - weil ich mir selbst einrede oder habe einreden lassen, dass es so sein muss.
Formen sich bestimmte Strömungen, in denen die Leute sich ähnlicher sind, setzt darin eine Art Uniformitätsdruck ein. Eine Abgrenzung, ein Hierarchiedenken.
Als ich mich von den Leuten damals zurückgezogen habe, war es so extrem geworden, dass in kleinen Grüppchen stilistische und geistige Inzucht Einzug gehalten hatten. Man hätte in den Clubs fast schon Kreise auf den Boden als Grenzen malen können.
„Du genügst unseren Ansprüchen nicht“
Es waren nicht viele und wurden immer weniger, die zwischen den Kreisen standen, sich untereinander kaum ähnelten - aber miteinander gut zurecht kamen
Mein Perspektive auf mich selbst:
Auf welche Weise fühle ich? Wie denke ich, was denke ich?
Die eigene Perspektive auf die anderen:
Welche Ästhetik spricht mich an? Klassifiziere ich das, was ich sehe - und welchen Stellenwert hat diese Klassifizierung für mich? Was ziehe ich dafür heran?
Meine eigene Selektion:
Mit was von dem, was mich anspricht, umgebe ich mich, was konsumiere ich aktiv?
Mein eigener Ausdruck:
Was wähle ich aus, mich selbst auszudrücken? Was erschaffe ich selbst?
So, wie ich das früher - 90er und 2000er - wahrgenommen habe und heute wieder (immer noch, aber ich habe lange nicht mehr daran gedacht) sehe, sind zwei Grundeinstellungen dazu.
Evolutionär: Ich gehe von diesen Elementen im Einzelnen aus und forme das Ganze zu einem ICH. Da kommt dann vielleicht auch eine Kombination heraus, die zu anderen besser passt - und wir unterscheiden uns von anderen mit mehr oder weniger entfernten ähnlichen Ausprägungen deutlich genug und bilden damit dann eine neue Strömung (wenn wir genug sind) oder sind … irgendwie.
Top-Down: Ich bin neu - oder auch nicht - und sehe eine besondere Ausprägung und passe mich in all meinen Facetten daran an - weil ich mir selbst einrede oder habe einreden lassen, dass es so sein muss.
Formen sich bestimmte Strömungen, in denen die Leute sich ähnlicher sind, setzt darin eine Art Uniformitätsdruck ein. Eine Abgrenzung, ein Hierarchiedenken.
Als ich mich von den Leuten damals zurückgezogen habe, war es so extrem geworden, dass in kleinen Grüppchen stilistische und geistige Inzucht Einzug gehalten hatten. Man hätte in den Clubs fast schon Kreise auf den Boden als Grenzen malen können.
„Du genügst unseren Ansprüchen nicht“
Es waren nicht viele und wurden immer weniger, die zwischen den Kreisen standen, sich untereinander kaum ähnelten - aber miteinander gut zurecht kamen
