Graphiel hat geschrieben: ↑Sonntag 25. Januar 2026, 13:29
Das würde aber voraussetzen, dass der Experte nicht auch gleichzeitig Betroffener sein kann.
Das müsste ich aus meiner beruflichen Praxis heraus bereits klar verneinen. Oder möchtest du jetzt auf eine individuelle Erfahrungsebene hinaus? Dann wären wir aber so oder so an dem Punkt wo nicht einmal mehr ein Autist sich vollständig in die Welt eines anderen Autisten hineinfühlen kann, was den Punkt dann eigentlich auch wieder obsolet macht.
Teilweise geht das schon in die Richtung, auf die ich hinaus will. Nur nicht ganz so eingeschränkt.
Allerdings merke ich gerade, dass ich sehr wahrscheinlich tatsächlich etwas voraussetze - was die Kombination zweier Besonderheiten voraussetzt. Sorry, wenn ich da nicht konkret werde - eines davon kann aber eine beliebige Besonderheit sein, bei einem bewusst sein kann, dass man die Welt anders als andere erfährt. Die andere ist sehr speziell. Lassen wir das.
Entscheidest du dich als ND (wirklich nur ein vollkommen aus der Luft gegriffenes Beispiel, da ich nicht einmal weiß ob du zu den ND gehörst) dazu mich anzugreifen, weil dich beispielsweise mein Deo extrem triggert, so musst du damit leben, dass ich mich wehren werde. Natürlich immer nur soweit wie es der Situation angemessen ist um den Angriff abzuwehren. In dem Moment DARF es mir aber egal sein welch Hintergründe und Motive dich zu deiner Handlung geführt haben.
Als Beispiel ok - und einigermaßen nahe dran. Es wird nun etwas abstrakter - und betrachte es als Metapher. Was nun, wenn ich aufgrund meiner ND ein Deo trage, dass Dich so sehr triggert, dass Du zwar nicht gewalttätig - aber aggressiv reagierst?
Und wer hat dir die Deutungshoheit darüber gegeben was Alltagsbedingungen sind und was nicht? - Ernst gemeinte Frage
Stichwort Ökologische Validität.
Dazu muss ich die Deutungshoheit gar nicht beanspruchen. Alltagsbedingungen sind sowohl in Psychologie als auch Medizin und Technik so definiert, dass sie außerhalb kontrollierter Umgebungen herrschen. Chaotische Bedingungen, in denen man nicht weiß, was auf einen zukommt und womit man es zu tun hat.
U.a.
https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/o ... validitaet
Zumal du auch hier voraussetzt, dass ich z.B. meine Bekanntschaft kennen gelernt habe NACHDEM ich meinen Job begonnen habe
Ok, könnte so sein und lasse ich erst mal so stehen.
oder aufgrund meines Jobs selbst gar nicht betroffen sein kann. Wäre schön, wenn du beim nächsten mal erst einmal fragst und alle notwendigen Informationen einholst, ehe du einfach drauflos interpretierst.
Für diese Annahme fehlt Dir die Grundlage. Tatsächlich fragte ich indirekt sogar danach und ein entsprechender Hinweis wäre eine valide Antwort. Aber vorausgesetzt habe ich es nicht. Und so gesehen - dreht es sich um. Denn da bist Du es, der das fälschlicherweise interpretiert hat. Allerdings räume ich ein, dass ich Dir diese Interpretation etwas leichter gemacht habe als andere.
Im Übrigen verfestigt sich immer weiter mein Eindruck, dass Du sehr auf pathologische Formen fokussiert bist.
Was durch den Beruf nachvollziehbar ist - aber eben auch nur einen sehr speziellen Ausschnitt darstellt.
Diese Fokussierung würde Deine Fehleinschätzung erklären. Soll nicht herablassend wirken.
Erst mal ist es mir gerade (fast) völlig egal womit ich es bei dir zu tun habe. Dafür bist du mir (ist nicht böse gemeint) schlicht nicht wichtig genug. Ich finde lediglich das Thema ND interessant. Sowohl aus beruflicher, als auch aus privater Perspektive
Akzeptiert. Und ohne das „fast“ wären die letzten beiden Sätze … na ja, ich denke, den Humor verstehst Du und hast es eben deshalb geschrieben.